Zum Inhalt springen
Startseite » Neue Uhren » Citizen Tsuyosa x seconde/seconde/: Wenn ein Pixel-Katana das Zifferblatt zerschneidet

Citizen Tsuyosa x seconde/seconde/: Wenn ein Pixel-Katana das Zifferblatt zerschneidet

Die japanische Traditionsmarke Citizen überrascht mit einer außergewöhnlichen Kollaboration: Der französische Künstler Romaric André, bekannt unter seinem Pseudonym seconde/seconde/, verwandelt die beliebte Tsuyosa in ein spielerisches Kunstwerk mit Pixel-Katana-Minutenzeiger. Die limitierte Edition NJ0157-81L vereint japanische Uhrmacherkunst mit frecher französischer Kreativität – und zeigt, dass selbst große Hersteller sich trauen, Konventionen zu durchbrechen.


Die Uhr auf einen Blick: Technische Daten

Die Citizen Tsuyosa x seconde/seconde/ (Ref. NJ0157-81L) basiert auf dem bewährten Tsuyosa-Modell, bringt aber entscheidende künstlerische Akzente mit:

EigenschaftDetails
WerkCitizen Kaliber 8210, mechanisch, automatisch
Gehäusegröße40 mm Durchmesser × 11,7 mm Höhe
MaterialEdelstahl (Gehäuse und Armband)
ZifferblattBlau-Sunburst mit „zerschnittenen“ Indizes
BesonderheitPixel-Art-Katana als Minutenzeiger
GlasSaphirglas mit Datumsvergrößerung
ArmbandMassives 3-Glied-Edelstahlband
GehäusebodenTransparent (Exhibition Caseback)
LimitierungLimitierte Auflage (3.600 Stück weltweit)
PreisUVP: 449€

Das Design: Katana trifft Retro-Gaming

Was diese Uhr so besonders macht, ist der spielerische Ansatz von seconde/seconde/: Der Minutenzeiger wurde in ein pixeliges Katana verwandelt – eine Hommage an klassische japanische Videospiele der 8-Bit-Ära. Das Schwert „zerschneidet“ optisch die Stundenindizes, sodass sie verschoben und rotiert wirken. Der Effekt ist verblüffend: Man glaubt fast, das Zifferblatt sei in der Mitte durchgeschnitten worden.

Das blaue Sunburst-Zifferblatt bildet die perfekte Basis für dieses Design-Experiment. Trotz der verspielten Elemente bleibt die Ablesbarkeit dank der leuchtenden Zeiger und der äußeren Minuterie vollständig erhalten.

Zusätzliche Details:

  • Verschluss mit Katana-Schnitten: Auch die Schließe zeigt eingravierte Schwerthiebe
  • Gehäuseboden-Gravur: Spezielle Botschaft von seconde/seconde/
  • Limitierte Box: Speziell designte Verpackung vom Künstler

Wer ist seconde/seconde/? Der Banksy der Uhrenwelt

Hinter dem Pseudonym seconde/seconde/ steckt Romaric André, ein 1980 geborener Franzose aus Paris, der sich als „paleo artist/designer“ bezeichnet – mit einer großen Portion Selbstironie. Seine provokante Selbstbeschreibung lautet: „Ich vandalisiere die Produkte anderer Leute, weil ich daran gescheitert bin, meine eigenen zu bauen.“


Vom Startup-Gründer zum Uhren-Rebell

Romarics Weg in die Uhrenbranche begann 2005 mit der Mitgründung von Celsius X VI II, einem Startup für Luxus-Handys mit integrierten mikromechanischen Komponenten – darunter Tourbillon-Uhrwerke. Sogar Richard Mille war zeitweise im Vorstand. Doch nach zehn Jahren ohne Profitabilität musste das Unternehmen 2015 schließen.

Diese Erfahrung ließ Romaric zunächst verzweifelt und ohne Selbstvertrauen zurück. Doch statt aufzugeben, fand er einen neuen, eigenwilligen Weg zurück in die Uhrenbranche: 2018 begann er, Vintage-Uhren mit ausgetauschten Sekundenzeigern zu „vandalisieren“ – daher der Name seconde/seconde/.


Die Philosophie: Humor trifft Handwerk

Was Romaric André von anderen unterscheidet, ist sein kompromissloser Ansatz: Er will stören, überraschen und zum Schmunzeln bringen. Seine Zeiger sind keine simplen Bastelarbeiten, sondern werden von einem traditionsreichen Familienbetrieb im französischen Jura gefertigt, der seit 1907 Uhrenzeiger produziert. Jeder Zeiger wird mit Präzision von +/- 3 Mikrometern gefertigt – Gewicht, Balance und Trägheit müssen perfekt auf das jeweilige Kaliber abgestimmt sein.

Zu seinen ikonischen Kreationen gehören:

  • Ein Millennium-Falcon-Zeiger auf einer Vintage-Zenith
  • Ein Pixel-Mauszeiger auf einer Patek Philippe 2509
  • Links Schwert aus The Legend of Zelda auf einer Rolex Oyster Royal
  • Der „V“-Zeichen-Zeiger von Churchill mit dem Schriftzug „Up yours!“

Kollaborationen: Von Timex bis H. Moser & Cie

Mittlerweile hat seconde/seconde/ mit über 20 Uhrenmarken kollaboriert – von Mikrobrands wie Maen und Yema über Timex und Furlan Marri bis hin zu etablierten Herstellern wie H. Moser & Cie, Louis Erard, Vulcain und Frédérique Constant. Seine Designs sind mittlerweile so gefragt, dass neue Kollaborationen oft innerhalb von Minuten ausverkauft sind.

Romaric selbst sagt dazu: „Als Kreativer, der immer versucht, Gegensätze zu verschmelzen, um impaktvolle Kontraste zu schaffen, ist es unglaublich aufregend, mit einer Marke wie Citizen zusammenzuarbeiten. Nur ein französischer Typ auf der einen Seite. Und eine riesige, historische japanische Marke auf der anderen. Die besten Kollaborationen bringen meist Parteien zusammen, die zunächst an entgegengesetzten Enden des Spektrums zu stehen scheinen.“


Warum diese Kollaboration Sinn ergibt

Die Zusammenarbeit zwischen Citizen und seconde/seconde/ mag auf den ersten Blick überraschend wirken – doch bei genauerer Betrachtung ist sie perfekt durchdacht:

  1. TSUYOSA = Stärke: Der japanische Name „Tsuyosa“ bedeutet „Kraft“ und „Stärke“ – das Katana als Symbol japanischer Kampfkunst passt thematisch perfekt.
  2. Retro-Gaming-Bezug: Die Pixel-Art-Ästhetik knüpft an die goldene Ära japanischer Videospiele an (Nintendo, Sega), die weltweit Kultstatus genießen.
  3. Zugänglicher Preis: Anders als viele andere seconde/seconde/-Kollaborationen bleibt diese Uhr erschwinglich und richtet sich an ein breites Publikum.
  4. Limitierung mit Verfügbarkeit: Mit 3.600 Exemplaren weltweit ist die Uhr limitiert genug, um besonders zu sein, aber nicht so selten, dass sie unerreichbar wird.

Meine Einschätzung: Ernsthaft gute Laune am Handgelenk

Ich finde es großartig, dass Citizen den Mut hatte, diese Kollaboration einzugehen. Die Tsuyosa ist eine solide, gut verarbeitete Uhr mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis – und durch seconde/seconde/ bekommt sie genau die Persönlichkeit, die viele moderne Uhren vermissen lassen.

✔️ Vorteile

  • Kreative Kooperation mit dem Künstler seconde/seconde/ sorgt für hohen Wiedererkennungswert
  • Verspielte Design-Details verleihen der Tsuyosa eine humorvolle, moderne Note
  • Bewährtes Automatikwerk mit zuverlässiger Alltagstauglichkeit
  • Integriertes Edelstahlband mit sportlich-eleganter Optik
  • Saphirglas bietet gute Kratzfestigkeit
  • Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis im Bereich designorientierter Automatikuhren
  • Limitierter Charakter steigert Sammlerinteresse

❌ Nachteile

  • Design stark geschmacksabhängig und nicht klassisch zeitlos
  • Technisch identisch mit der regulären Tsuyosa ohne zusätzliche Komplikationen
  • Wasserdichtigkeit eher auf Alltag als auf Sporteinsatz ausgelegt

Uhren-Nerd Fazit: 9.5/10 – Eine erfrischend andere Uhr, die beweist, dass Uhrmacherei auch Spaß machen darf. Perfekt für alle, die eine Geschichte am Handgelenk tragen wollen und sich nicht zu ernst nehmen.


Wo kann man die Uhr kaufen?

Die Citizen Tsuyosa x seconde/seconde/ (NJ0157-81L) ist seit dem 20. Februar 2025 erhältlich und wird über autorisierte Citizen-Händler sowie auf der offiziellen Citizen-Website verkauft. Bei Chrono24 tauchen bereits erste Angebote zwischen 477 € und 797 € auf – je nach Region und Verfügbarkeit.

Mein Tipp: Wer ernsthaft Interesse hat, sollte nicht zu lange warten. Ähnliche seconde/seconde/-Kollaborationen (z.B. mit Timex) waren innerhalb von Minuten ausverkauft.


Community-Meinung: Was sagen andere Uhren-Nerds?

Auf Reddit und in Uhren-Foren sorgt die Kollaboration für gemischte, aber überwiegend positive Reaktionen. Viele schätzen den frischen Wind, den seconde/seconde/ in die oft konservative Uhrenwelt bringt. Kritiker bemängeln, dass der Künstler mittlerweile fast wöchentlich neue Kollaborationen ankündigt, was den „besonderen“ Charakter verwässern könnte.

Was meint ihr dazu? Ist das geniale Kreativität oder zu viel des Guten? Schreibt’s in die Kommentare!

Autor

  • Pablo Wild

    Ich bin Pablo – Gründer von uhren-nerd.de und bekennender Zeitmesser-Enthusiast. Für mich zählt nicht der Preis einer Uhr, sondern die Geschichte, die sie erzählt, das Gefühl am Handgelenk und die Leidenschaft, mit der sie gebaut wurde. Ob 50 oder 5.000 Euro – jede Uhr kann etwas Besonderes sein.

    Seit vielen Jahren begeistern mich Armbanduhren in all ihren Facetten: mechanisch oder quarzgetrieben, Vintage oder modern, Mikrobrand oder Traditionsmarke. Diese Begeisterung teile ich auf uhren-nerd.de mit allen, die mehr suchen als reine Statussymbole – Enthusiasten, die Geschichte, Design und Charakter einer Uhr zu schätzen wissen.

    Hier findest du unabhängige Testberichte, persönliche Eindrücke und Infos, die dir helfen sollen, deine eigene Uhrenreise zu gestalten – ganz egal, wie groß dein Budget ist. Denn wahre Faszination kennt keinen Preis.

    Alle Beiträge ansehen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert