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Hanhart 417 ES Moby Dick 39 mm

Kann ein Chronograph, der ursprünglich für das Militär entwickelt wurde, auch in reinem Weiß und an einem modernen Stahlband überzeugen? Die Hanhart 417 ES „Moby Dick“ in der 39-mm-Variante ist die Antwort der Gütenbacher Manufaktur auf die Rufe der Sammler-Community nach mehr Tragbarkeit und ziviler Eleganz. In diesem Bericht werfen wir einen detaillierten Blick auf die technischen Finessen, die historische Seltenheit und das neue Edelstahl-Setup dieses besonderen Zeitmessers.   

Spoiler: Wer einen robusten Handaufzugs-Chronographen mit echter Historie sucht, der unter 2.500 Euro bleibt und dank Magnetfeldschutz im modernen Büroalltag besteht, sollte hier genau hinsehen.   


Technische Daten

KategorieDetails
Marke & ModellHanhart 417 ES Moby Dick 39 mm (Stahlband)
Gehäusemaße39 mm Durchmesser, 13,6 mm Höhe (11,55 mm ohne Glas), 46 mm Lug-to-Lug 
MaterialEdelstahl 316L (satiniert & poliert), anti-magnetischer Weicheisenkern 
GlasHochgewölbtes, innen entspiegeltes Saphirglas (Box-Shape) 
UhrwerkSellita SW510 M (Handaufzug), 28.800 A/h, 4 Hz, reguliert auf 0 bis +8 s/Tag 
Wasserdichtigkeit10 bar (100 Meter) 
Preis (UVP)2.490 € am Stahlband (2.290 € am Lederband) 

Design & Verarbeitung: Die zivile Seite einer Ikone

Die 417 ES ist legendär als erster Fliegerchronograph der Bundeswehr, doch die „Moby Dick“ bricht mit dem strengen schwarzen Militär-Look. Ihr Name ist keine moderne Erfindung, sondern eine Hommage an eine extrem seltene Variante der 1950er-Jahre, von der nur wenige Stücke für den zivilen Einsatz oder medizinisches Personal produziert wurden.   

Das weiße, matte Zifferblatt wirkt aufgeräumt und sorgt für eine optische Weite, die die Uhr am Arm etwas präsenter erscheinen lässt, als es die 39 mm vermuten lassen. Ein absolutes Highlight sind die thermisch gebläuten Zeiger, die je nach Lichteinfall von einem tiefen Schwarz bis zu einem leuchtenden Kornblumenblau changieren. Um Parallaxefehler zu vermeiden, sind die Spitzen des Minuten- und des Chronographen-Sekundenzeigers leicht gebogen – ein Detail, das man sonst eher bei deutlich teureren Manufakturuhren findet. Die kannelierte Lünette verzichtet bei der Moby Dick auf die charakteristische rote Markierung und setzt stattdessen auf einen elfenbeinfarbenen Leuchtpunkt, was den „zivilen“ Charakter unterstreicht.   


Tragekomfort: Kompakt-Proportionen treffen Stahl-Upgrade

Lange Zeit war die 417 ES primär an Unterlagenbändern (Bund-Stil) bekannt. Mit dem neuen, satinierten Edelstahlband transformiert Hanhart die Uhr jedoch in eine echte „Ganzjahresuhr“.   

Die Fakten zum Stahlband:

  • Konstruktion: Dreireihiges Design, passgenau für das 39-mm-Gehäuse.   
  • Schließe: Die Faltschließe verfügt über eine integrierte Tauchverlängerung und eine praktische Feinverstellung, die ohne Werkzeug bedient werden kann. Das ist ein massiver Pluspunkt für den Alltag, wenn das Handgelenk bei Wärme leicht anschwillt.   
  • Bandwechsel: Dank des Schnellwechselmechanismus lässt sich das Band in Sekunden gegen ein Lederband tauschen.   

Mit einem Lug-to-Lug von nur 46 mm ist die Uhr auch für schmalere Handgelenke (ab ca. 15,5 cm) hervorragend geeignet, ohne überzustehen. Obwohl die Gesamthöhe von 13,6 mm auf dem Papier hoch wirkt, entfallen fast 2 mm auf das stark gewölbte Saphirglas, sodass der eigentliche Gehäusekorpus flach und harmonisch aufliegt.   


Werk & Technik: Mechanik ohne Ballast

Im Inneren arbeitet das Sellita SW510 M. Das „M“ steht für „Manual“ – Hanhart verzichtet hier bewusst auf einen Automatik-Rotor, um die historische Treue zu wahren und die Bauhöhe flach zu halten.   

Die technischen Highlights des Werks:

  1. Gangreserve: Mit mindestens 58 Stunden (manche Datenblätter sprechen sogar von bis zu 63 Stunden) ist das Werk sehr ausdauernd für einen Handaufzug.   
  2. Präzision: Hanhart reguliert jedes Werk intern in sechs Lagen auf 0 bis +8 Sekunden pro Tag. Ein Nachgang ist bei diesen Spezifikationen nicht vorgesehen.   
  3. Schutz: Ein Weicheisen-Innengehäuse schützt das Werk vor Magnetfeldern bis zu 16.000 A/m (über dreimal so viel wie die DIN-Norm fordert). Zusammen mit der Hanhart-Werkdämpfung (Stoßschutz) ist die Moby Dick technisch für weit mehr als nur den Büroalltag gerüstet.   

Preis-Leistung: Wo steht der „Weiße Wal“?

Mit 2.490 Euro am Stahlband positioniert sich Hanhart in einem spannenden Feld. Ein mechanischer Chronograph mit dieser Historie, einem so hochwertig regulierten Werk und technischen Features wie dem Magnetfeldschutz ist bei großen Schweizer Marken oft erst ab dem doppelten Preis zu finden. Der direkte Konkurrent ist sicherlich die Sinn 356, die jedoch oft massiver aufträgt und eine andere Designsprache verfolgt.   


Fazit und Bewertung

Die Hanhart 417 ES Moby Dick 39 mm ist eine der gelungensten Re-Editionen der letzten Jahre. Sie schafft den Spagat zwischen authentischem Vintage-Charakter und moderner Toolwatch-Robustheit, ohne dabei „gewollt“ alt auszusehen.   

✔️ Vorteile

  • Kompakte 39 mm Gehäusegröße – sehr tragbar und historisch authentisch umgesetzt, passend zu vielen Handgelenken
  • Historisch inspiriertes Design mit weißem Zifferblatt und thermisch gebläuten Zeigern – Anlehnung an seltene Vintage-Chronographen
  • Konvexes, hoch gewölbtes Saphirglas mit Innenspiegelung kombiniert Vintage-Look mit modernem Schutz
  • Handaufzug-Chronograph mit zuverlässigem Sellita SW510 M Uhrwerk und ca. 58 h Gangreserve
  • Antimagnetischer Gehäusekern bis 16.000 A/m sowie Stoßschutz – moderne Alltagstauglichkeit trotz klassischer Optik
  • Bis 10 ATM wasserdicht – alltagstauglich auch bei Regen oder Spritzwasser

❌ Nachteile

  • Handaufzug statt Automatik – regelmäßiges Aufziehen erforderlich
  • Chronograph ohne Flyback-Funktion wird weniger technisch komplex wahrgenommen
  • Relativ hohe Preisposition im Segment klassischer mechanischer Chronographen
  • Retro-Design mit vielen Details ist nicht jedermanns Geschmack (z. B. kannelierte Lünette ohne Klick)

Gesamtbewertung: 9/10 Punkten Die Moby Dick ist eine absolute Empfehlung für Sammler, die Substanz und Geschichte schätzen, aber eine Uhr für das echte Leben (und jedes Wetter) suchen.


FAQ

Ist die Hanhart 417 ES Moby Dick 39mm limitiert?

Nein, es handelt sich um ein reguläres Serienmodell, auch wenn die Produktionskapazitäten in Gütenbach oft zu Wartezeiten führen können.   

Kann man das Stahlband auch für ältere 39-mm-Modelle nachkaufen?

Ja, aber achte auf die Seriennummer. Das neue Band mit den optimierten Anstößen passt ab der Seriennummer 0001604 der 417 ES 1954.   

Wie empfindlich ist das weiße Zifferblatt? 

Dank des Box-Shape Saphirglases ist das Blatt bestens geschützt. Die Ablesbarkeit ist durch die gebläuten Zeiger selbst bei starkem Sonnenlicht exzellent.   

Hat die Uhr ein Datum? 

Nein. Wie das historische Vorbild setzt die Moby Dick auf ein puristisches Bicompax-Layout ohne Datumsfenster.   

 

Autor

  • Pablo Wild

    Ich bin Pablo – Gründer von uhren-nerd.de und bekennender Zeitmesser-Enthusiast. Für mich zählt nicht der Preis einer Uhr, sondern die Geschichte, die sie erzählt, das Gefühl am Handgelenk und die Leidenschaft, mit der sie gebaut wurde. Ob 50 oder 5.000 Euro – jede Uhr kann etwas Besonderes sein.

    Seit vielen Jahren begeistern mich Armbanduhren in all ihren Facetten: mechanisch oder quarzgetrieben, Vintage oder modern, Mikrobrand oder Traditionsmarke. Diese Begeisterung teile ich auf uhren-nerd.de mit allen, die mehr suchen als reine Statussymbole – Enthusiasten, die Geschichte, Design und Charakter einer Uhr zu schätzen wissen.

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