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TAG Heuer Carrera Chronograph 41mm Glassbox (2026): Endlich erwachsen?

Als TAG Heuer 2023 die 39mm „Glassbox“ vorstellte, ging ein Raunen durch die Community: Endlich wieder der Charme der 60er Jahre, verpackt in modernem Gewand. Doch für viele von war die 39mm-Version am Handgelenk oft einen Hauch zu zierlich.

Pünktlich zur LVMH Watch Week 2026 liefert TAG Heuer nun die Antwort: Die Carrera Glassbox in 41 mm. Was einige besonders freuen wird: Sie haben das Datum gestrichen. Für Symmetrie-Fanatiker ist das Musik in den Ohren. Ich habe mir die drei neuen Referenzen – in Blau, dem genialen „Teal Green“ und Schwarz – genauer angesehen, um herauszufinden, ob die „Große“ den Charme der „Kleinen“ bewahren kann.


Auf einen Blick: Technische Daten

Bevor wir ins Detail gehen, hier die harten Fakten der neuen Referenzen (CBS2113, CBS2115, CBS2114):

MerkmalDaten
Marke & ModellTAG Heuer Carrera Chronograph Glassbox 41mm
ReferenzenCBS2113 (Blau), CBS2115 (Teal Green), CBS2114 (Schwarz)
Durchmesser41,0 mm
Lug-to-Lug47,48 mm
Bauhöhe14,17 mm
GehäusematerialEdelstahl (poliert/satiniert)
GlasGewölbtes Saphirglas („Glassbox“-Design), beidseitig entspiegelt
Wasserdichtigkeit100 Meter (10 bar)
WerkKaliber TH20-01 (Manufaktur), Automatik
Gangreserve80 Stunden
Armband7-reihiges Stahlband (Stil „Beads of Rice“)
Preis7.950 € (Stand Januar 2026)

Design & Verarbeitung: Symmetrie in Perfektion

Das Erste, was auffällt: Das Zifferblatt atmet. Durch den Wegfall des Datumsfensters (bei der 39mm Version noch auf 12 Uhr oder 6 Uhr) haben wir hier ein absolut symmetrisches Tricompax-Layout. Die Hilfszifferblätter bei 3, 6 und 9 Uhr stehen im perfekten Gleichgewicht. Das wirkt viel instrumenteller und ruhiger – ein echter Pluspunkt für Puristen.

Das „Glassbox“-Glas ist nach wie vor der Star der Show. Es wölbt sich randlos über das Gehäuse, sodass die Tachymeter-Skala nicht auf einer externen Lünette sitzt, sondern innenliegend auf dem gewölbten Flansch (Rehaut) gedruckt ist. Das sorgt für eine irre Tiefenwirkung und lässt das Zifferblatt riesig wirken.

Die Farben:

  • Blau (CBS2113): Ein klassisches, tiefes Blau mit kreisförmigem Bürstenschliff. Sehr elegant, fast schon dressig.
  • Schwarz (CBS2114): Sportlich, mit roten Akzenten an den Zeigern. Erinnert stark an die Heuer-Instrumente der 70er.
  • Teal Green (CBS2115): Mein persönlicher Favorit. Ein dunkles Petrol-Grün, das je nach Licht zwischen fast Schwarz und leuchtendem Türkis wechselt. Modern, aber nicht zu laut.

Tragekomfort: Wie trägt sich die 41er?

Die Sorge, dass 41 mm zu wuchtig sein könnten, ist unbegründet. Der Lug-to-Lug-Abstand beträgt ziemlich genau 47,5 mm. Zum Vergleich: Eine Omega Speedmaster Professional hat einen ähnlichen Wert. Durch die nach innen geneigten Bandanstöße sollte sich die Uhr auch an mein schmalere Handgelenke sehr gut anschmiegen.

Ein Highlight ist das Stahlband. Es ist ein 7-reihiges Design, das an die alten Gay Frères „Beads of Rice“-Bänder erinnert. Es ist extrem flexibel und fängt das Licht toll ein. Aber: Die Schließe ist eine Doppelfaltschließe ohne Feinverstellung. Im Sommer mal eben das Band etwas weiter machen? Fehlanzeige. In der Preisklasse von knapp 8.000 € hätte ich mir hier eine werkzeuglose Schnellverstellung gewünscht (ähnlich wie bei der Konkurrenz aus Genf).


Werk & Funktion: Das TH20-01

Im Inneren arbeitet das Kaliber TH20-01, eine Weiterentwicklung des Heuer 02.

  • Bidirektionaler Aufzug: Der Rotor zieht in beide Richtungen auf, was effizienter ist und den „Leerlauf-Lärm“, den man vom alten Valjoux 7750 kennt, eliminiert.
  • 80 Stunden Gangreserve: Freitag ablegen, Montag anlegen – die Uhr läuft noch. Das ist absolut zeitgemäß.
  • Schaltrad & Vertikale Kupplung: Die Drücker haben einen knackigen Druckpunkt, und der Chrono-Zeiger startet butterweich ohne Ruckeln.

Ein schönes Detail: TAG Heuer gibt standardmäßig 2 Jahre Garantie, die sich bei Registrierung auf 5 Jahre verlängert.


Preis-Leistung & Fazit

Mit 7.950 € positioniert sich TAG Heuer selbstbewusst. Man liegt damit etwas unter der aktuellen Omega Speedmaster Saphir (ca. 8.700 €) und deutlich unter dem Breitling Navitimer B01 (ca. 9.300 €).

Für das Geld bekommt ihr eine Uhr mit echtem Manufakturwerk, 100m Wasserdichtigkeit (Speedy hat nur 50m!) und einem eigenständigen Design, das Heritage und Moderne perfekt verbindet.

Meine Einschätzung:

Die 41mm-Version ist die erwachsene Schwester der 39mm-Glassbox. Wer bisher wegen der Größe gezögert hat oder sich am Datum störte, hat jetzt keine Ausrede mehr. Besonders die „Teal Green“-Variante ist ein echter Hingucker abseits des Mainstreams.

Pro & Contra

✔️ Vorteile

  • Modern interpretiertes Carrera-Design mit klarer, sportlicher Silhouette
  • Charakteristisches „Glassbox“ gewölbtes Saphirglas – Vintage-Look trifft zeitgemäße Kratzfestigkeit
  • Elegante Ablesbarkeit ohne Datum auf dem Zifferblatt sorgt für klassische Balance
  • In-House Automatik-Chronographenwerk TH20-01 mit ca. 80 Std. Gangreserve und vertikaler Kupplung
  • Hochwertiger 7-Reihen-Stahl-Armband mit Butterfly-Faltschließe
  • Sportliche Alltagstauglichkeit mit 100 m Wasserdichtigkeit

❌ Nachteile

  • Verzicht auf Datum kann für einige Nutzer praktischer Komfortverlust sein
  • Preislich im oberen Chronographensegment angesiedelt (≈ CHF 7.500 / ca. 7.000 €)
  • Mit ~14 mm Höhe recht kräftige Bauform, die unter manchen Manschetten aufträgt

Gesamtbewertung: 8.0 / 10


FAQ

Sind die neuen Glassbox-Chronographen limitiert?

Nein, alle drei Modelle (Blau, Grün, Schwarz) sind Teil der permanenten Kollektion ab Januar 2026.

Kann ich mit der Uhr schwimmen?

Ja, mit 100 Metern Wasserdichtigkeit ist sie zum Schwimmen geeignet (aber bitte nicht zum Tieftauchen).

Passt das Band der 39mm Version?

Nein, die 41mm Version hat einen anderen Bandanstoß (ca. 20,5 mm / 21 mm, je nach Messung oft spezifisch), daher sind Bänder nicht untereinander kompatibel.

Autor

  • Pablo Wild

    Ich bin Pablo – Gründer von uhren-nerd.de und bekennender Zeitmesser-Enthusiast. Für mich zählt nicht der Preis einer Uhr, sondern die Geschichte, die sie erzählt, das Gefühl am Handgelenk und die Leidenschaft, mit der sie gebaut wurde. Ob 50 oder 5.000 Euro – jede Uhr kann etwas Besonderes sein.

    Seit vielen Jahren begeistern mich Armbanduhren in all ihren Facetten: mechanisch oder quarzgetrieben, Vintage oder modern, Mikrobrand oder Traditionsmarke. Diese Begeisterung teile ich auf uhren-nerd.de mit allen, die mehr suchen als reine Statussymbole – Enthusiasten, die Geschichte, Design und Charakter einer Uhr zu schätzen wissen.

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