Kurzdefinition: COBARION® ist eine in Japan entwickelte Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierung (Co-Cr-Mo). Sie zeichnet sich durch eine extreme Härte (ca. 4-mal härter als Reintitan), absolute Biokompatibilität (nickelfrei) und einen strahlend weißen Glanz aus, der dem von Platin oder Weißgold ähnelt.

Herkunft & Entwicklung
Das Material ist ein Paradebeispiel für japanische Innovation („Monozukuri“). Es wurde am Institut für Materialforschung der Tohoku Universität (Prof. Akihiko Chiba) in Zusammenarbeit mit der Eiwa Corporation entwickelt. Ursprünglich war das Ziel nicht die Uhrmacherei, sondern die Medizintechnik. Aufgrund seiner hohen Verträglichkeit und Verschleißfestigkeit wurde Cobarion primär für künstliche Hüftgelenke und Zahnprothesen entworfen, um allergieauslösendes Nickel zu vermeiden.[]
Eigenschaften im Uhrenbau
Für Uhrensammler und Hersteller (insbesondere Casio für die MR-G Serie) bietet Cobarion drei entscheidende Vorteile gegenüber Titan oder Edelstahl:
- Der „Platin-Glanz“: Titan ist funktionell hervorragend, hat aber oft einen grauen, dunklen Unterton und lässt sich nur schwer auf Hochglanz polieren. Cobarion hingegen besitzt eine sehr dichte Kristallstruktur. Es lässt sich – speziell mit der Sallaz-Technik (Zaratsu) – auf ein Niveau polieren, das wie flüssiges Metall oder hochwertiges Platin wirkt.
- Extreme Härte: Während Reintitan (Grade 2) relativ weich ist (ca. 160-200 Vickers), erreicht Cobarion Härtewerte, die etwa viermal so hoch sind. Dies macht exponierte Bauteile wie die Lünette extrem widerstandsfähig gegen Kratzer („Desk-Diving“-Spuren) und Dellen.
- Hautverträglichkeit: Da Cobarion praktisch nickelfrei ist (<0,01% Nickelanteil), ist es die ultimative Lösung für Uhrenträger mit Metallallergien, die dennoch den Glanz eines „weißen“ Metalls suchen und nicht auf Keramik oder Kunststoff ausweichen wollen.
Verwendung
Aktuell wird Cobarion fast exklusiv in der Casio G-Shock MR-G Linie (z.B. MRG-B5000, MRG-B2100) verwendet, meist für die Top-Lünette (Bezel), da dies das Bauteil ist, das am meisten Glanz benötigt und am stärksten stoßgefährdet ist.
Nerd-Wissen
Der Name „Cobarion“ setzt sich aus dem Hauptbestandteil Cobalt und dem Suffix -ion (möglicherweise in Anlehnung an Orion/Futurismus oder die Ionenbindung) zusammen. Es wird oft in einem Atemzug mit der Titanlegierung DAT55G genannt, wobei Cobarion für die Optik/Härte (Lünette) und DAT55G für die Verarbeitung/Flexibilität (Armband) zuständig ist.