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Breitling

Breitling steht seit über 140 Jahren für eines: Präzision, die Leben retten kann. Die Schweizer Uhrenmanufaktur aus Grenchen ist die Adresse für alle, die eine Uhr nicht nur tragen, sondern einsetzen wollen – im Cockpit, unter Wasser oder auf dem Mountainbike-Trail. Und trotzdem ist Breitling längst kein reines Werkzeug mehr, sondern eine echte Lifestyle-Marke mit globaler Strahlkraft.

Ich beschäftige mich seit Jahren intensiv mit Breitling – und in diesem Markenportrait nehme ich euch mit durch die komplette Geschichte, alle aktuellen Kollektionen, die wichtigsten Kaliber und gebe euch ehrliche Kauftipps. Los geht’s.


Das Wichtigste auf einen Blick

Gründung 1884, Léon Breitling, Saint-Imier (Schweiz)
Hauptsitz Grenchen, Schweiz
CEO Georges Kern (seit 2017)
Preissegment ca. 3.500 – 20.000 EUR (Durchschnitt: ~6.000 EUR)
Manufakturkaliber B01 (Chronograph), B20 (Automatik), B23 (Damen)
Schlüsselkollektionen Navitimer, Superocean, Chronomat, Premier, Aerospace, Endurance Pro
Besonderheit Alle Modelle COSC-zertifizierte Chronometer
Zertifizierung COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres)

Die Geschichte von Breitling: Von 1884 bis heute

Léon Breitling und die Geburtsstunde einer Legende (1884–1914)

Breitling wurde 1884 von Léon Breitling im schweizerischen Saint-Imier als kleines Kreativ-Atelier für Chronographen und Präzisionsinstrumente gegründet. Bereits 1892 verlegte er die Produktion nach La Chaux-de-Fonds – damals das Herz der Schweizer Uhrenindustrie. Die Marke spezialisierte sich früh auf Stoppuhren und Taschenuhren-Chronographen für den professionellen Einsatz.


Das erste Armband-Chronographenwerk der Geschichte (1915)

Ein Meilenstein: 1915 präsentierte Gaston Breitling – Léons Sohn – den weltweit ersten Armband-Chronographen mit unabhängiger Stoppfunktion. Die bis heute für Chronographen typische Bicompax-Anordnung (zwei Hilfszifferblätter) geht auf dieses Design zurück. Damit legte Breitling den Grundstein für alles, was folgen sollte.


Die Willy-Breitling-Ära: Fliegeruhren und Weltruf (1932–1979)

Willy Breitling – Enkel des Gründers – leitete das Unternehmen 47 Jahre lang und verwandelte Breitling in eine globale Aviationsmarke. Unter seiner Regie entstanden die bis heute ikonischsten Modelllinien:

  • Chronomat (1941): Rechenschieber-Chronograph für Piloten und Ingenieure
  • Premier (1943): Eleganter Dresswatch-Chronograph
  • Navitimer (1952): DER Piloten-Chronograph schlechthin, noch heute im Programm
  • Superocean (1957): Professionelle Taucheruhr für Berufstaucher

Wissenswertes: Die Navitimer wurde 1952 auf Anfrage der US Aircraft Owners and Pilots Association (AOPA) entwickelt und verfügt über einen integrierten Rechenschieber zur Navigation. Sie gilt als eine der meistverkauften Fliegeruhren der Geschichte.


Die Krise und der Neustart (1979–2017)

Die Quarzkrise der 1970er Jahre traf auch Breitling hart. 1979 verkaufte die Familie das Unternehmen an Ernest Schneider, der die Marke rettete und neu aufstellte. 1984 präsentierte Breitling die überarbeitete Chronomat – entwickelt zusammen mit der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori – und legte damit den Grundstein für die Rückkehr in die Spitze. 1985 folgte der Aerospace mit kombinierter Analog-/Digitalanzeige.

2009 war ein weiterer Wendepunkt: Mit dem Kaliber B01 präsentierte Breitling sein erstes Manufaktur-Chronographenwerk und löste damit die Abhängigkeit von Zulieferer-Rohwerken.


Die Georges-Kern-Ära: Modern Retro und Inklusiver Luxus (ab 2017)

Seit 2017 führt Georges Kern als CEO Breitling in eine neue Richtung. Seine Strategie: Modern Retro (zeitgemäße Designs mit Vintage-DNA), Nachhaltigkeit (Ozean-Plastik in Armbändern), digitale Innovation und ein erweiterter Zielgruppen-Ansatz. Kern positioniert Breitling bewusst als „einzige globale Generalisten-Luxusmarke“ – von der sportlichen Endurance Pro bis zur eleganten Premier. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei rund 6.000 Euro, das Hauptsortiment zwischen 3.500 und 20.000 Euro.

Neuigkeit 2026: Breitling übernahm die Traditionsmarke Gallet und plant, die ersten Gallet-Modelle ab Mitte 2026 in einem Preissegment von 3.000 bis 5.200 Euro auf den Markt zu bringen – ein klares Signal für weiteres Wachstum als Multi-Brand-Hersteller.


Die Breitling-Kollektionen im Überblick (2025)

Navitimer – Die Ikone der Piloten

Die Navitimer ist das Symbol von Breitling. Seit ihrer Vorstellung 1952 ist sie das bevorzugte Handgelenks-Instrument von Piloten weltweit. Das charakteristische Merkmal: der integrierte Kreisrechenschieber zur Berechnung von Flugdaten wie Reisegeschwindigkeit, Kraftstoffverbrauch und Flugdauer.

Merkmal Spezifikation
Kaliber B01 (Manufaktur)
Gangreserve 70 Stunden
Gehäusegröße 41 / 43 / 46 mm
Gehäusematerial Edelstahl, Gelbgold, Roségold
Wasserdichtigkeit 30 m
Preis (Edelstahl) ab ca. 8.500 EUR

Für wen? Uhrennerds und Sammler, die eine lebendige Ikonographie schätzen. Die Navitimer ist kein Alltagswerkzeug mehr – sie ist ein Statement.


Superocean & Superocean Heritage – Taucher-DNA für die Stadt

Die Superocean wurde 1957 für Berufstaucher entwickelt und ist bis heute Breitlings professionellste Taucheruhr. Die aktuelle Generation überzeugt mit Wasserdichtigkeit bis zu 300 Metern und robuster Verarbeitung.

Die Superocean Heritage ist die elegantere Interpretation: ein Dress Diver, der die maritime DNA der 1950er-Jahre mit modernem Styling verbindet.

Neu 2025 – Highlights der überarbeiteten Superocean Heritage (36–44 mm):

  • Überarbeitete Zifferblätter in klassischen und neuen Farbvarianten
  • Charakteristische pfeil- und speerförmige Zeiger (Hommage an die Ref. 807 von 1957)
  • Version mit B01 Manufaktur-Chronographenwerk und 70 h Gangreserve
  • Wahlweise Milanaiseband oder Kautschukarmband

Uhren-Nerd-Einschätzung: Die Superocean Heritage ist eine der stärksten Uhren im Segment „Dress Diver“ unter 6.000 Euro. Wer Eleganz mit Sportlichkeit verbinden will, liegt hier goldrichtig.


Chronomat – Der Allrounder

Die Chronomat (neu aufgelegt 1984) ist Breitlings vielseitigster Chronograph. Markantes Merkmal: die Reiterlunettenmarkierungen (Rider Tabs), die heute zum Markenzeichen geworden sind. Die aktuelle Generation ist in 32, 36, 38 und 44 mm erhältlich – damit deckt Breitling explizit auch Damenuhren ab. Preislich beginnt die Chronomat ab ca. 5.500 Euro.


Premier – Der Gentleman-Chronograph

Die Premier-Linie ist Breitlings elegantester Auftritt. Dresswatch-Design kombiniert mit präziser Chronographen-Kompetenz – perfekt für Anzug und Abendveranstaltung gleichermaßen. Wer die Flieger-Heritage von Breitling liebt, aber einen formelleren Alltag hat, findet hier die ideale Uhr. Preislich beginnt die Premier bei rund 5.000 Euro.


Aerospace – Pionier der Hightech-Fliegeruhr

Seit 1985 in der Produktion, nutzt der Aerospace eine analoge und digitale Anzeige in einem Gehäuse. Keine Batterie – der Aerospace läuft auf einem Thermoelektrik-Modul, das durch Körperwärme gespeist wird. Eine der technisch außergewöhnlichsten Uhren im gesamten Breitling-Portfolio.


Endurance Pro – Sport ohne Kompromisse

Leichtbau-Chronograph aus Breitlight® (einem proprietären Carbon-Verbundwerkstoff), der nur 14 Gramm wiegt. Konzipiert für Ausdauersportler und Triathleten – aber auch als stylischer Alltagsbegleiter äußerst beliebt. Preislich ab ca. 3.500 Euro ist die Endurance Pro einer der attraktivsten Einstiegspunkte in die Welt von Breitling.


Die Kaliber: Breitlings Manufakturwerke

Seit 2009 baut Breitling eigene Manufakturwerke. Hier die wichtigsten im Überblick:

Kaliber Typ Gangreserve Besonderheit
B01 Chronograph, automatisch 70 Stunden Erstes Manufakturwerk (2009), COSC
B20 Automatik (3-Zeiger) 38 Stunden Basis: Tudor MT5612, angepasst
B23 Automatik 38 Stunden Damen-Kaliber (16,8 mm Ø)
B77 Chronograph, automatisch 42 Stunden Flyback-Funktion

Wichtig zu wissen: Alle Breitling-Uhren sind COSC-zertifizierte Chronometer – das bedeutet eine unabhängig geprüfte Ganggenauigkeit von -4/+6 Sekunden pro Tag. Das ist in diesem Preissegment keine Selbstverständlichkeit.


Breitling kaufen: Was ihr wissen solltet

Neukauf vs. Gebrauchtkauf

Der Neupreis für Breitling-Uhren beginnt ab ca. 3.500 Euro (Endurance Pro) und reicht bis über 20.000 Euro (Navitimer in Edelmetall). Auf dem Gebrauchtmarkt findet man Modelle wie die Superocean oder Chronomat oft 15–25 % unter UVP – eine solide Einstiegsoption für alle, die smart kaufen wollen.

Breitling als Investment: Wertstabilität

Breitling-Uhren gelten im Vergleich zu Rolex oder Patek Philippe als moderate Investment-Uhren. Klassiker wie die Navitimer Ref. 806 (Vintage) erzielen bei Auktionen Premiumpreise. Bei neuen Modellen ist eine Wertsteigerung die Ausnahme – Stabilität hingegen ist realistisch. Wer eine Breitling kauft, kauft sie wegen der Uhr, nicht wegen der Rendite.

Kaufempfehlung nach Budget

Budget Empfohlene Modelle
Bis 4.000 EUR Endurance Pro, Superocean 42
4.000–7.000 EUR Superocean Heritage, Chronomat Automatic 38/44
7.000–12.000 EUR Navitimer B01, Premier Chronograph
Über 12.000 EUR Navitimer B02 Rattrapante, Edelmetall-Editionen

FAQ – Häufige Fragen zu Breitling

Ist Breitling eine Luxusmarke?

Ja. Breitling zählt zur gehobenen Mittelklasse der Schweizer Luxusuhren. Der Durchschnittspreis liegt bei ca. 6.000 Euro. Die Marke positioniert sich bewusst unterhalb von Rolex, aber deutlich über reinen Massenherstellern – mit eigenem Charakter und starker Aviations-Heritage.

Was ist die bekannteste Breitling-Uhr?

Die Navitimer, entwickelt 1952, ist Breitlings bekanntestes und ikonischstes Modell. Sie gilt als eine der meisterkannten Fliegeruhren der Uhrengeschichte und ist bis heute in der Produktion.

Hat Breitling eigene Uhrwerke?

Ja, seit 2009. Das Kaliber B01 war Breitlings erstes Manufakturwerk – ein Chronograph mit 70 Stunden Gangreserve und COSC-Zertifizierung.

Sind Breitling-Uhren wasserdicht?

Je nach Modell: Superocean bis 300 m, Superocean Heritage bis 200 m, Navitimer bis 30 m (kein Badezimmer-Kandidat!). Immer das Datenblatt des jeweiligen Modells beachten.

Was ist der Unterschied zwischen Superocean und Superocean Heritage?

Die Superocean ist robuster und professioneller ausgerichtet (bis 300 m); die Superocean Heritage ist das elegantere Retro-Modell mit 1950er-Jahre-Design, gedacht als „Dress Diver“ für Alltag und Freizeit.

Wo kann man Breitling-Uhren kaufen?

Im autorisierten Fachhandel, direkt bei Breitling (online und im Boutique-Netz), sowie auf dem Gebrauchtmarkt über spezialisierte Plattformen. Achtet beim Gebrauchtkauf immer auf Originalbox, Papiere und Servicehistorie.


Mein Fazit: Für wen lohnt sich Breitling?

Breitling ist die richtige Marke für Uhrennerds, die Charakter statt Massenware wollen. Die Kombination aus echter Aviations-Geschichte, COSC-zertifizierter Präzision und eigenen Manufakturwerken ist in diesem Preissegment kaum zu schlagen. Wer eine Rolex Submariner sucht, ist bei Breitling falsch. Wer aber eine Uhr mit Persönlichkeit, Funktion und Heritage sucht – der wird hier fündig.

Meine persönliche Empfehlung für Einsteiger: Die Superocean Heritage 42 – vielseitig, zeitlos, charakterstark. Und wer zum ersten Mal eine Breitling am Handgelenk trägt, versteht sofort, warum diese Marke seit 140 Jahren existiert.

💬 Was meint ihr? Welche Breitling würdet ihr wählen – Navitimer, Superocean oder Chronomat? Schreibt es in die Kommentare!